| Kommunikation
und PR – Teil 2
Ohne
Plan läuft gar nichts – das Handwerkszeug der PR
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Spektakuläre PR-Inszenierungen von Topunternehmen
fallen auf, sie repräsentieren aber nicht den Alltag der PR-Arbeit.
Die Verankerung eines Unternehmens in den Köpfen der Menschen
ist zumeist nicht das Resultat einzelner Aktionen, sondern der Planung
vorab. Entscheidend ist der strategische Überbau und „handwerklich“
saubere Ausführung.
Der Fernsehtechniker mit zwei Angestellten wird
in aller Regel keine PR-Aktion durchführen, die ihn in die internationale
Presse bringt. Das wäre zu kostspielig und völlig ineffektiv.
Kleine Betriebe sollten besser in der eigenen Region für Vertrauen
in ihre Leistung werben. Positive Berichterstattung in der Lokalpresse,
Mundpropaganda oder ein Tag der offenen Tür tragen dazu bei.
Allerdings gibt es keine allgemein gültige Formel für PR.
Jedes Unternehmen braucht ein gutes und individuelles PR-Konzept –
und das ist unabhängig von der Unternehmensgröße,
vom Budget oder den Zielen.
Notwendige Vorarbeit: die
Status-quo-Analyse
Für die Ist-Analyse werden alle unternehmensrelevanten Daten
zusammengetragen. Hier müssen die Fakten auf den Tisch, auch
wenn sie manchmal nicht so erfreulich sind. Die Frage „Wo stehen
wir gerade?“ hilft bei der Lösung dieser Aufgabe. Sind
alle positiven und negativen Aspekte des eigenen Unternehmens notiert
(dazu gehört auch die Bewertung der bisherigen PR-Arbeit), zeigt
sich schnell, auf welche Stärken und Schwächen die PR-Konzeption
eingehen muss. Aus der fundierten Analyse der Unternehmenssituation
lassen sich bereits einige Soll-Vorstellungen ableiten. Diese werden
in der strategischen Phase konkretisiert.
Strategische Phase –
die erfolgreiche PR-Konzeption
Vom Ziel bis zur Einzelmaßnahme baut sich die PR-Konzeption
logisch auf und beantwortet vier Fragen:
1. Was sind unsere Ziele?
2. An wen wenden wir uns?
3. Was möchten wir mitteilen?
4. Mit welchen Mitteln erreichen wir das Ziel?
Messbare und realistische
Ziele setzen
Ergeben sich aus der Status-quo-Analyse viele Ziele, helfen die fünf
SMART-Kriterien, eine Auswahl zu treffen: Ziele sollten demnach spezifisch,
messbar, aktionsorientiert, realistisch und terminierbar gesetzt werden.
Große, langfristige Ziele sollten in kleinere Teilziele aufgeteilt
werden, so werden sie planbar und überprüfbar.
Teilziele helfen auch, die Richtung zu überprüfen und gegebenenfalls
zu korrigieren, wenn der Etappensieg sich nicht einstellt. Wenn zum
Beispiel nach einem halben Jahr konstanter Pressearbeit immer noch
keine Resonanz erfolgt, könnte es sein, dass die falschen Medien
ausgewählt wurden oder die Qualität der Pressemitteilungen
nicht stimmt. KMUs mit kleinem PR-Budget müssen Ziele, Zielgruppen
und Methoden deshalb genauso sorgfältig auswählen wie Großunternehmen.
Geld verschenken will schließlich niemand: Achtung: PR-Ziele
sind aber keine Gesamt-Marketingziele, PR-Ziele konzentrieren sich
auf Image und Wahrnehmung eines Unternehmens.
Zielgruppen auswählen
und ansprechen
Es ist nahezu unmöglich alle attraktiven Ziel- und Dialoggruppen
auf einen Schlag und direkt anzusprechen. Besonders für kleine
und mittelständische Unternehmen mit knappem Budget sind deshalb
Mittler oder Multiplikatoren wertvoll. Die Vertreter der Medien, Fachredakteure,
Funktionsträger in Vereinen und Gemeinden erreichen für
sie eine größere Zielgruppe. Ein selbstständiger Physiotherapeut
tut gut daran, die ansässigen Ärzte über seine Ausrichtung
zu informieren und sollte im Sportverein, Altenheim und Fitnesscenter
persönliche Kontakte pflegen. Mit zunehmender Unternehmensgröße
werden Journalisten und Medien als Bindeglied zu den Zielgruppen wichtiger.
Achtung: Die Medienvertreter sind nicht die Zielgruppe!
Botschaften formulieren
Nachdem die Ziele und die dafür relevanten Zielgruppen feststehen,
werden positive Botschaften für die verschiedenen Teilöffentlichkeiten
formuliert.
Artikulieren Sie Botschaften so, wie die Personen der Zielgruppe sie
sagen oder denken würden. Die Botschaft ist im Idealfall das,
was in den Köpfen der Menschen hängen bleibt. Je nach Zielgruppe
können Botschaften durchaus variieren.
Die Kombination der richtigen
Mittel: Die Maßnahmen
Überlegen Sie genau, welche Instrumente Ihre Botschaften am besten
transportieren. Und behalten Sie immer Ihre Zielgruppe im Auge. Erkennt
Ihre Zielgruppe keinen Nutzen, wird der E-Mail-Newsletter ungelesen
gelöscht, die Pressemitteilung geht in „Ablage P“
oder der Messestand bleibt leer. Für das Ein-Mann-Unternehmen
können einheitliche Briefbögen, Visitenkarten und Flyer
(mit den wichtigsten Informationen zu Firmenphilosophie, Referenzkunden
und Leistungsbereichen) bereits viel für eine positive Wahrnehmung
tun. Mit steigender Unternehmensgröße wachsen dann aber
auch rasch die Ansprüche der Zielgruppen. Eine ansprechende grafische
Aufbereitung rückt die aussagefähigen Inhalte zusätzlich
ins rechte Licht.
Maßnahmenbündel – Beispiele
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Pressearbeit
Pressemitteilung
Pressemappe
Fachberichte
Presseinfografiken/Bilder
Periodika
Mitarbeitermagazin
Kundenmagazin
Newsletter (Print oder Internet)
Non-Periodika
Broschüren, Prospekte
Informations-Flyer
Schwarzes Brett
Events
Messen, Hausmessen
Mitarbeiterveranstaltungen
Kundenveranstaltungen
Informationsveranstaltungen
Feste, Jubiläen, Tag der offenen Tür
Ausstellungen
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Multimedia
Präsentationen
Video
Internet
Sponsoring
Sport
Kultur
Umwelt
Kooperationen
Mit einzelnen Unternehmen
Im Rahmen von Städte-Marketing
Mit Medien (insb. lokal)
Kunden-Clubs/User-Groups
Etc.
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Natürlich können aus Zeit- und Kostengründen nicht
immer alle Maßnahmen genutzt und sinnvoll miteinander verknüpft
werden. Wenn Sie Ihr Ziel im Auge behalten, finden Sie garantiert
die passenden Maßnahmen.
Die Autoren:
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Mathias A. Klüver, Geschäftsführer ofischer communication.
Der PR-Profi berät Unternehmen in allen Fragen zu Kommunikationsstrategien
und PR-Konzeptionen. |
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Die Co-Autorin: Bertine
Pienkos
PR-Assistenz ofischer communication. Die Expertin für politische
Kommunikation schneidert Kommu-nikationsmaßnahmen passgenau
auf die Dialoggruppen zu. |
Themenausblick
Teil 1: Farbe bekennen – Image bilden
Teil 3: Erfolgreiche Pressearbeit
Teil 4: Mitarbeiter- und Krisen-Kommunikation
Teil 5: PR-Leistungen richtig beurteilen (intern und extern)
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