Backofenhitze und Dinosauriergewicht – für CERATIZIT Werkzeuge kein Problem

Stahlkonzern Marcegaglia vertraut beim Kaltziehen von Rohren auf Hartmetallprodukte von CERATIZIT

Das Polieren ist ein sehr wichtiger Schritt und verlangt jahrelange Erfahrung. Alle Flächen auf Ziehdorn und -matrize werden von ausgebildeten Facharbeitern sowohl CNC geschliffen als auch mit Spiegelschliff versehen. Foto: CERATIZITOriginalbild downloaden | Bild 300px breit
Das Polieren ist ein sehr wichtiger Schritt und verlangt jahrelange Erfahrung. Alle Flächen auf Ziehdorn und -matrize werden von ausgebildeten Facharbeitern sowohl CNC geschliffen als auch mit Spiegelschliff versehen. Foto: CERATIZITDas Rohr wird 20 bis 30 Zentimeter in eine CERATIZIT Hartmetallmatrize geschoben. Durch die konische Oberfläche der Matrize wird der Rohrdurchmesser reduziert. Foto: MarcegagliaOriginalbild downloaden | Bild 300px breit
Das Rohr wird 20 bis 30 Zentimeter in eine CERATIZIT Hartmetallmatrize geschoben. Durch die konische Oberfläche der Matrize wird der Rohrdurchmesser reduziert. Foto: MarcegagliaFertig polierte CERATIZIT Hartmetalleinsätze für Ziehmatrizen. Foto: CERATIZITOriginalbild downloaden | Bild 300px breit
Fertig polierte CERATIZIT Hartmetalleinsätze für Ziehmatrizen. Foto: CERATIZITSkizze einer Ziehmatrize zur Reduzierung des Rohrdurchmessers. Skizze: CERATIZITOriginalbild downloaden | Bild 300px breit
Skizze einer Ziehmatrize zur Reduzierung des Rohrdurchmessers. Skizze: CERATIZITZiehanlage zum Kaltziehen von Rohren bei Marcegaglia in Boltiere. Foto: MarcegagliaOriginalbild downloaden | Bild 300px breit
Ziehanlage zum Kaltziehen von Rohren bei Marcegaglia in Boltiere. Foto: Marcegaglia

CERATIZIT S. A., Mamer, Luxemburg (Zentrale), November 2009
CERATIZIT garantiert erstklassigen technischen Support bei der Wartung vorhandener Werkzeuge und bei der Entwicklung neuer Werkzeuge“, so Luciano Giol vom Stahlkonzern Marcegaglia. Kein Wunder also, dass das Stahlunternehmen beim Kaltziehen von Rohren seit fast zwei Jahrzehnten auf die Hartmetall-Ziehdorne und Ziehmatrizen von CERATIZIT vertraut.
Das größte Marcegaglia-Werk für die Produktion kaltgezogener Rohre befindet sich in Boltiere (Provinz Bergamo, Italien). Marcegaglia produziert dort geschweißte und nahtlose kaltgezogene Rohre für Anwendungen in der Automobilindustrie, Hydraulik und Mechanik. Seine Ziehdorne und Ziehmatrizen bekommt Marcegaglia Boltiere von CERATIZIT Alserio in Italien, das auf die Entwicklung, Herstellung und Wartung von hochwertigen Hartmetallwerkzeugen spezialisiert ist.

50 Tonnen bei 200 Grad – das müssen die CERATIZIT Werkzeuge aushalten
Antonello Valsecchi, Anwendungstechniker bei CERATIZIT Alserio, erklärt: „Das Kaltziehen von Rohren ist ein Anwendungsbereich, in dem Hartmetall auf Grund seiner Eigenschaften die erste Wahl für Werkzeuge darstellt. Ziehdorne und -matrizen müssen während des Ziehvorgangs einen sehr hohen Druck aushalten. Man muss sich vorstellen, dass ein Rohr mit 100 Millimeter Durchmesser mit einer Geschwindigkeit von fünfundzwanzig Metern pro Minute und einer Zugkraft von fünzig Tonnen in die Matrize hineingeschoben wird.” So viel wog auch der größte Dinosaurier Europas.

Außerdem müssen Dorne und Matrizen eine hohe Verschleißfestigkeit aufweisen. „Der Ziehvorgang findet bei Raumtemperatur statt, aber die Reibung zwischen Rohr, Matrize und Dorn erhöht diese Temperatur auf über zweihundert Grad“, fügt Valsecchi hinzu. Eine Hitze wie im Backofen, die aber dem CERATIZIT Hartmetallwerkzeug natürlich nichts anhaben kann. Die am häufigsten für diese Anwendung verwendeten Hartmetallsorten sind CTF30, CTM30 und CTM40.

Das Kaltziehen von Stahlrohren – in vier Schritten zum perfekten Rohr
Rohrziehen ist ein Prozess zur Reduzierung und Kalibrierung der Innen- und Außendurchmesser eines Rohrs. Das Kaltziehen garantiert eine sehr gute Oberflächenqualität und verbessert die mechanischen Eigenschaften des Rohrs.

Schritt 1: Die Rohlinge (8 bis 12 Meter lang, 10 bis 210 Millimeter Durchmesser) werden wärmebehandelt, um das Material weicher zu machen.

Schritt 2: Die Rohlinge werden kaltumgeformt, um ihren Durchmesser auf einer Seite zu reduzieren. Dieser Schritt wird Anspitzen genannt und ist notwendig, um die Rohre so zu formen, dass sie in die Matrize gezogen werden können.

Schritt 3: Die Rohlinge werden einer chemischen Behandlung unterzogen, wobei ihre Oberfläche mit einer Säure gereinigt wird. Nun kann das Rohr in das Ziehwerkzeug eingeführt werden.

Schritt 4: Die Rohre werden auf Ziehbänken mit Ziehdornen und -matrizen gezogen.

Die Rolle von CERATIZIT Matrizen beim Kaltziehen
In Schritt 2 und 4 kommen die Matrizen von CERATIZIT ins Spiel.

Schritt 2: Das Rohr wird 20 bis 30 Zentimeter in eine CERATIZIT Hartmetallmatrize geschoben. Durch die konische Oberfläche der Matrize wird der Rohrdurchmesser reduziert, danach wird das Rohr auf der selben Seite der Matrize wieder herausgezogen. Diese Reduzierung erfolgt normalerweise durch zwei bis vier Matrizen: Das Rohr wird nacheinander in die verschiedenen Matrizen (angefangen von der größten bis zur kleinsten) hineingeschoben und wieder herausgezogen.

Schritt 4: Beim Ziehen verwendet Marcegaglia Ziehmatrizen und Ziehdorne von CERATIZIT. Das Rohr wird in die Matrize geschoben, der Ziehdorn im Rohr platziert. Danach wird das Rohrende mittels der auf der Ziehbank angebrachten Greifer befestigt und das Rohr ganz in die Matrize gezogen.

[Als Infobox] CERATIZIT Werkzeuge fürs Kaltziehen – wichtige Fakten
Ein Ziehdorn ist ein Hartmetallring, der auf einen Stahlschaft montiert und mit einer speziellen Schraube befestigt wird. Das Profil des Ziehdorns wird in enger Zusammenarbeit mit CERATIZIT Alserio konzipiert, damit es genau in die Ziehmatrize passt. Eine Ziehmatrize besteht aus einem Hartmetall-Ziehkern in einer Stahlarmierung und fällt allein schon wegen ihrer enormen Größe unter die Spezialprodukte. Eine Ziehmatrize, die beim Rohrzug zur Anwendung kommt, kann einen Außendurchmesser von bis zu 60 Zentimetern aufweisen und mehr als 150 Kilo auf die Waage bringen. Alle Flächen auf Ziehdorn und -matrize werden von ausgebildeten Facharbeitern sowohl CNC geschliffen als auch mit Spiegelschliff versehen. Mit geringsten Toleranzen von höchstens 0,01 Millimeter.
[Ende Infobox]

Interview mit Luciano Giol, Werks- und Verkaufsleiter von Marcegaglia in Boltiere: „Hartmetallwerkzeuge, die bereits 25 Jahre alt sind, können wir immer noch verwenden“
Wie groß ist die Produktionskapazität in Boltiere, und wohin werden die Rohre geliefert?
Das Werk in Boltiere produziert hunderttausend Tonnen kaltgezogene Präzisionsrohre jährlich. Siebzig Prozent davon sind für den Einsatz in der Hydraulik bestimmt: unter anderem Teleskoprohre, Zylinderrohre zum Schälen und Polierrollen, geschälte und poliergerollte Rohre sowie einsatzfertige Rohre. Die verbleibenden dreißig Prozent werden für die Automobilindustrie hergestellt.

Was ist typisch für das Kaltziehen von Rohren, und was bedeutet das für das Hartmetall?
Die Anwendung von Hartmetallwerkzeugen in diesem Prozess ist unabdingbar. Bei der Herstellung von Präzisionsrohren ist es von grundlegender Bedeutung, eine gute Gesamtqualität zu erzielen. Um eine konstante Präzision zu garantieren, werden daher im Produktionsprozess Hartmetallwerkzeuge eingesetzt.

Gibt es Alternativen zu Hartmetallwerkzeugen? Und wenn ja, was sind die Vor- und Nachteile?
Die Alternative zu Werkzeugen aus Hartmetall sind solche aus Kohlenstoffstahl. Der Hauptvorteil liegt im Anschaffungspreis, der weit unter dem von Hartmetallwerkzeugen liegt. Allerdings ist die Standzeit dieser Werkzeuge wesentlich kürzer als die von Hartmetallwerkzeugen. Kohlenstoffstahlwerkzeuge sind etwa zwei- bis dreimal billiger, dennoch ist das Kosten-Nutzenverhältnis bei Hartmetallwerkzeugen besser. Hartmetallwerkzeuge erzeugen über längere Zeit gute Schlichtoberflächen und garantieren gute Bohrungstoleranzen. Hartmetallwerkzeuge bedeuten weniger Maschinenstillstandzeiten, niedrigere Rüstkosten und einen konstant hohen Produktionsausstoß während der gesamten Standzeit des Ziehwerkzeugs. Insgesamt sparen wir dank der Verwendung von Hartmetallwerkzeugen Produktionszeit und Geld.

Warum hat sich Marcegaglia für CERATIZIT Produkte entschieden?
Die CERATIZIT Produkte wurden von Marcegaglia hauptsächlich wegen ihrer längeren Standzeit ausgewählt, aber auch wegen ihrer überzeugenden Gesamtqualität und ihrer Service-Performance. Ein Kohlenstoffstahlwerkzeug muss beispielsweise nach tausend Metern Standweg komplett nachgearbeitet werden, während bei uns Hartmetallwerkzeuge, die bereits fünfundzwanzig Jahre alt sind, immer noch verwendet werden.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit zwischen Marcegaglia und CERATIZIT charakterisieren?
Ich würde die Zusammenarbeit als sehr gut bezeichnen. Die enge Zusammenarbeit mit CERATIZIT stützt sich auf die kontinuierliche Unterstützung unserer Mitarbeiter. CERATIZIT garantiert erstklassigen technischen Support bei der Wartung vorhandener Werkzeuge und bei der Entwicklung neuer Werkzeuge.

Die Marcegaglia-Gruppe im Überblick
Die unabhängige italienische Marcegaglia-Gruppe zählt zu den wichtigsten stahlverarbeitenden Unternehmen weltweit. 2007 verarbeitete Marcegaglia fünf Millionen Tonnen Stahl und erzielte mit insgesamt 6500 Beschäftigten einen Umsatz von vier Milliarden Euro. Zu den wichtigsten Stahlprodukten bei Marcegaglia zählen Flachprodukte (Coils, Bänder, Quarto-Bleche), Rohre, kaltgezogener Stahl und rostfreier Stahl.

Hartmetallexperte CERATIZIT steht für „hard material matters“
CERATIZIT S.A. - ist Pionier und Global Player für anspruchsvolle Hartstofflösungen. Das Unternehmen operiert von Mamer in Luxemburg aus. In ausgewählten Industriebereichen ist die in mehr als 50 Ländern international aufgestellte Gruppe Weltmarktführer für einzigartige, konsequent innovative Hartstoffprodukte für Verschleißschutz und Zerspanung. Davon profitieren Kunden u.a. aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, der Petroindustrie, der Medizintechnik, der Elektronik und dem Werkzeug- und Formenbau. Mit mehr als 400 Patenten, 600 Mio. Euro Umsatz und rund 4000 Mitarbeitern ist CERATIZIT Ihr starker Partner überall auf der Welt.

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04.11.09, 08:47 Uhr