Artikel Nr.: 12-05-06-336367
Zukünftige Erfolgschancen durch nachhaltiges
Handeln
Der Weg zu einem nachhaltigen
Unternehmen
Für viele Unternehmen ist das Thema
Sustainability noch nicht eindeutig definiert. Die Notwendigkeit zum
Handeln wurde von den meisten Unternehmen erkannt, doch was genau zu
tun ist und wie der Weg aussieht, um als nachhaltiges Unternehmen in
der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, ist vielen noch
unklar. Der Begriff Nachhaltigkeit stammt
ursprünglich aus der Forstwirtschaft und wurde von Hans Carl von
Carlowitz, der als Oberberghauptmann am kursächsischen Hof in
Freiburg arbeitete, schon vor rund 300 Jahren geprägt. Er bezeichnet
die Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei der dem Wald immer nur
so viel Holz entnommen wird wie nachwachsen kann, so dass der Wald
nie zur Gänze abgeholzt wird, sondern sich immer wieder regenerieren
kann. Für die Unternehmen bedeutet Nachhaltigkeit ökologische und
soziale Aspekte in die Unternehmenspolitik mit aufzunehmen, um auch
zukünftig eine gewinnbringende Entwicklung zu ermöglichen. Die
Umsetzung und Implementierung einer nachhaltigen Unternehmenspolitik
stellt jedoch eine große Herausforderung dar. "Der Markt für
nachhaltige Kapitalanlagen zeigt nicht nur zweistellige
Wachstumsraten, er erweist sich zunehmend auch Innovationsmotor für
die gesamte Finanzbranche und ihre Akteure. Auch der konventionelle
Sektor investiert mehr und mehr nachhaltig", so Professor Rüdiger
von Rosen vom Deutschen Aktieninstitut, im aktuellen Umweltmagazin
der Münchener Rück.
Kostentreiber
Nachhaltigkeit?
Der Bereich Nachhaltigkeit wurde bisher
eher als Kostentreiber und notwendiges Übel betrachtet. Diese
Sichtweise gilt heute bereits als veraltet. Nachhaltigkeit wird
mittlerweile eine ganz andere Bedeutung beigemessen. Viele
Unternehmen haben erkannt, dass es notwendig ist, frühzeitig
soziale- und ökologische Aspekte anzugehen, um auch in der Zukunft
erfolgreich zu wirtschaften. Durch ein nachhaltiges innovatives
Handeln ist es möglich, den Kunden verbesserte und neue
Dienstleistungen und Produkte anzubieten. So ergeben sich neue
Marktchancen und ein größeres Marktpotenzial.
Neue
Herausforderungen absehbar
Die Ausbeutung der natürlichen
Ressourcen unseres Planeten und der Klimawandel stellen auch die
Unternehmen vor neue Probleme und Fragen. Wie ist es möglich,
langfristig unternehmerischen Erfolg zu sichern und gleichzeitig den
kurzfristigen Ansprüchen von z. B. Shareholdern gerecht zu werden?
Dies ist wohl die zentrale Aufgabenstellung vieler Manager und
Unternehmenslenker. Eines scheint jedoch klar, wer nicht frühzeitig
eine nachhaltige Unternehmenspolitik einführt, wird es zukünftig
schwer haben, am Markt zu bestehen. Natürliche Ressourcen wie Öl
werden in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen, somit
werden die Kosten für diesen Rohstoff in den nächsten Jahren weiter
stark steigen. Unternehmen, die nicht frühzeitig auf alternative
Energien wie z. B. Erdgasfahrzeuge setzen, müssen dann einen hohen
Kostenaufwand für ihren Energiebedarf betreiben. Im Diagramm ist zu
erkennen, wie stark die erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren
am Energieverbrauch zunehmen, nicht zuletzt durch die großen
Unternehmen. Das Gleichgewicht zwischen ökonomischem Erfolg und
einer Minimierung der Umweltbelastung wird hierbei die große
Herausforderung darstellen. Zwar werden große Unternehmen
zwangsläufig immer Umweltbelastungen herbeiführen, doch liegt die
Herausforderung in der Minimierung dieser Belastungen und in der
Schaffung eines Ausgleiches, etwa durch Klimaprojekte.
"Wir
organisieren die erste klimaneutrale
Weltmeisterschaft",
verkündet Hartmut Stahl vom Darmstädter
Öko-Institut. Stahl ist verantwortlicher Projektleiter für das
Umweltkonzept der WM, das den bezeichnenden Titel "Green Goal"
(Grünes Tor) trägt. Im Auftrag des WM-Organisationskomitees (WM-OK)
hat das Öko-Institut in Zusammenarbeit mit dem
Bundesumweltministerium Maßnahmen entwickelt, mit denen die
Umweltauswirkungen der WM neutralisiert werden sollen. Zur FIFA WM
2006 (TM) werden mehr als drei Millionen Besucher aus dem In- und
Ausland erwartet. Das erhöhte Verkehrsaufkommen und der zusätzliche
Energiebedarf für die Durchführung der Wettkämpfe würden die globale
Atmosphäre überdurchschnittlich belasten. (Quelle: www.telekom3.de
13.03.2006) Um das auszugleichen hat die Deutsche Telekom im Rahmen
des von den Vereinten Nationen geförderten FIFA WM-Projektes "Green
Goal" Emissionszertifikate in Höhe von 20.000 Tonnen CO2
erworben. Das bedeutet, dass die Deutsche Telekom circa ein
Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen, die durch die FIFA WM
2006 (TM) entstehen ausgleicht. . Das Geld für die Zertifikate
fließt in zwei Klimaschutzprojekte mit dem Schwerpunkt "Erneuerbare
Energien". Sie werden nach WWF Gold Standard verifiziert und
validiert, das bedeutet, sie koppeln Entwicklungshilfe und
Klimaschutz. T-Com wählte Projekte in Südafrika aus, weil dort im
Jahr 2010 die nächste Fußball-WM
stattfindet.
Verantwortung gegenüber der
Gesellschaft
Nicht nur Politiker,
Nichtregierungsorganisationen und jeder Einzelne tragen
Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft, insbesondere große
Unternehmen müssen sich dieser zunehmend stärker bewusst werden. In
den letzten zehn Jahren stieg die Wahrnehmung zum Thema
Sustainability erheblich an. Diese Verantwortung wird
mittlerweile von vielen Unternehmen wahrgenommen und umgesetzt. So
hat sich z. B. Puma ein sogenanntes S.A.F.E.-Konzept auferlegt. Alle
Lieferanten von Puma müssen sich im Vorfeld einem Audit unterziehen.
Hier wird z. B. kontrolliert, wie die Arbeitsbedingungen vor Ort
sind, ob die Arbeitnehmer sozialversichert sind und welche
Materialien in der Produktion verwendet werden. Jährlich werden bis
zu 5% der Lieferanten ohne Voranmeldung überprüft. Wer sich nicht an
die Bedingungen von Puma hält, dem wird gekündigt. Jedoch muss
kritisch angemerkt werden, dass dieses Bewusstsein und Interesse
oftmals nur durch die äußeren Umstände wie z. B. den immer knapper
werdenden natürlichen Ressourcen hervorgerufen wird.
Die
Kernkompetenz im Mittelpunkt der Nachhaltigkeit
Oftmals
stoßen Unternehmen Klimaprojekte an oder beteiligen sich an solchen,
um einen Ausgleich ihrer Umweltbelastungen beizuführen. Dies sollte
jedoch nur eine Zusatzmaßnahme sein. Im Mittelpunkt der
Nachhaltigkeitsmaßnahmen sollte immer die Kernkompetenz des
Unternehmens stehen. So ist es z. B. für ein Logistikunternehmen,
bei dem die Ausstöße größtenteils durch die Fahrzeugflotte
entstehen, zwingend notwendig seine Fahrzeuge mit alternativen
Fahrzeugtechnologien auszustatten, um die Umweltbelastungen im
Kerngeschäft zu mindern. Nur Unternehmen die ihre Kompetenzen schon
heute in den Mittelpunkt ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten stellen,
können in Zukunft überdurchschnittlich profitieren.
Der
Umgang mit den Zielgruppen
Unternehmen die sich stark im
Bereich Sustainability engagieren, stehen oftmals vor der Frage, ob
und wie Sie ihren Kunden und Zielgruppen ihre Aktivitäten
vermitteln. Viele kommunizieren ihre Aktivitäten immer noch sehr
defensiv. Für die Kunden und Zielgruppen ist jedoch sehr wichtig,
über die Tätigkeiten informiert zu sein. Wie sonst könnten die
Konsumenten sich für ein bestimmtes Produkt oder eine spezielle
Dienstleistung entscheiden. Es fragen zwar noch nicht viele
potenzielle Kunden nach nachhaltigen Produkten, jedoch steigt die
Zahl der Interessierten stetig. Auch im B2B-Bereich stellen
Unternehmen Forderungen zu einem nachhaltigen Handeln. Lieferanten
und Geschäftspartner werden immer häufiger auf dieser Grundlage
ausgesucht. Nachhaltigkeit bietet somit eine hervorragende
Möglichkeit, das Image in den Zielgruppen positiv zu beeinflussen.
Und das auf eine ungewöhnlich sympathische und absolut glaubhafte
Weise. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine informative sowie
gleichermaßen sachorientierte und emotionale
Kommunikation. Verbraucher können sich im Nachhaltigkeitsbericht
des Unternehmens oder durch Sustainability-Rankings über die
Aktivitäten der Unternehmen informieren. Positive Rankings
beeinflussen auch den Unternehmenswert. Die Wertbeeinflussung, z. B.
bezogen auf den Aktienkurs, ist zur Zeit noch eher gering, nimmt
aber an Bedeutung stetig zu. Eine standardisierte Bewertung der
Unternehmen gibt es zur Zeit noch nicht. Auch hier zeigt sich, dass
die Thematik immer noch in den Kinderschuhen steckt. An der
Aufgabe des nachhaltigen Handelns geht jedoch kein Weg vorbei,
wollen wir auch kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft
ermöglichen.
Die Autoren:
Oliver Fischer,
Geschäftsführer ofischer communication GmbH
Jan-Hendrik
Gastmann, Junior Consultant ofischer communication GmbH
Über ofischer
communication GmbH:
Komplizierte Themen werden oft nur
von Experten verstanden. Die Kölner PR-Agentur ofischer
communication GmbH setzt daher in der Öffentlichkeitsarbeit auf
Emotionalisierung, macht selbst die schwierigsten Themen attraktiv
und leicht verständlich. Unser Motto: "Emotionale Public Relations
für erklärungsbedürftige Themen". Wir konzipieren kreativ, sprechen
auch den Bauch an und wecken so das Interesse der Zielgruppen. Unser
Ziel ist immer die positive Änderung von Einstellungen, Meinungen
und Verhalten. In der B2B- und B2C-Kommunikation reichen unsere
Erfahrungen von Einzelmaßnahmen für den Mittelstand bis zur
konzernweiten strategisch geplanten
Unternehmenskommunikation.
Kontakt: ofischer
communication GmbH Schanzenstraße 7, D-51063 Köln Tel:
+49(0)700-77 111 888, Fax: +49(0)700-77 111 888 http://www.ofischer.com/
letzte Änderung: Freitag, den 12. Mai 2006
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